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Täuschung oder Wahrheit? - Neue Perspektiven

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Täuschung oder Wahrheit?

Leseprobe
Eine Maske – oder doch mehr?

Robin Seur  zeigt eine Sammlung seiner Malschule.

Wunderschöne Malereien, Masken in ganz verschiedenen Typen, auch von Schülern seiner Schule.
Sein Meisterwerk am Fenster in der Ecke (1700€). Wie ein Magnet zieht es mich an. Berührt mich, verführt zum Stehenbleiben und löst Gedankenspiele aus.
Ich lasse sie zu –für wenige Minuten- und schon bin ich in einer anderen Welt.
Ins Auge fallen die Kostbarkeit, ziselierten Kreise und Schwingungen. Sehr viel Kleinarbeit. Helle Farben, Totenbleiche und doch Maske.
Schade, eigentlich! So schön und einmalig zu sein. Der Wunsch: Auch dazu zu gehören, einer von ihnen zu (nicht für andere) sein - Maske werden.
Verlockend, beängstigend – unbekanntes Erleben.
Ja, aber da ist noch das Auge. In all dem Prunk ein dunkler Schatten. In der Starre plötzlich Leben. Der Blick ist warm, er verfolgt mich; die Maske lebt, aber total anders, als der trügerische Schein. Eine neue, fremde Wirklichkeit, sie fokussiert mich.

Wieder diese Einladung. Dieses Mal ganz anders: Nicht das Dazugehören sondern so Sein, angesprochen in der Tiefe des Wesens. Nur undeutlich erkenne ich dieses Auge. Ist auch unwichtig. Will mir den Menschen dahinter erst gar nicht vorstellen. Das Auge ist viel aber zu wenig, um aufs Ganze schließen zu können.
Die Maske fasziniert –verführt. Das Auge sagt „Du“. 
Aber Hoppla, keinesfalls so wie du denkst.

Lege alle Kleider ab (des Kaisers neue Kleider) und lasse die Hände leer, den Kopf frei, die Augen auf, Schönheit dahingestellt, Gedanken klar - ohne Erwartung. Das Herz bereit.
So nackt, durchsichtig (trans-parenz) bist du eingeladen. „Nicht ihr habt mich erwählt sondern ich habe euch erwählt. Joh.Evgl.
Bloß und doch  einge-„hüllt“ in die Faszination  des unbeschreiblich Schönen, dem Hauch eines „Du“. Der Blick lässt alles darum herum vergessen und doch gleichzeitig eine gewisse Scheu, eine Ehrfurcht vor dem Unberührbaren, dem Unerreichbaren.  Der verwegene Wunsch nach mehr Helligkeit – mehr Einblick.
Doch das Mysterium würde zerstört und splittert in Tausend Scherben.
Ich bleibe zurück, halte mich am Äußeren (der Maske), dem vermeintlich Schönen auf. Wohl wissend, dass es nicht alles ist. Das Eigentliche  ist nur mit dem Herzen sichtbar (Saint Exupery)
Wie benommen stolpere ich durch den Rest des Tages. Versuche mich zu lösen aus diesem Drama des Eigentlichen, der Sehnsucht nach der Anderswelt.
Es gibt sie! Gewiss! Ich habe sie doch gesehen.   
                                                                    
 
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